🔧 Praxis · 5 Min. Lesezeit

Die drei Dinge, die ich
NICHT mehr mache

Manchmal hilft das Weglassen mehr als das Hinzufügen. Drei Verhaltensweisen, die Panik nach wissenschaftlicher Erkenntnis aufrechterhalten – und warum das Loslassen so schwer fällt.

Das Verrückte: Ich dachte, das alles würde mir helfen. Tropfen in der Tasche. Immer ein Familienmitglied per WhatsApp erreichbar. Vor jedem Termin „nur kurz" prüfen, wo der nächste Notausgang ist. Heute weiß ich: Genau das hat meine Panik am Leben gehalten.

Hinweis: Dieser Artikel ist gerade in Arbeit. Hier kommen bald die drei konkreten Verhaltensmuster und die Begründung dahinter. Solange findest du unten die wissenschaftlichen Quellen, die zeigen: Sicherheitsverhalten ist einer der bestbelegten aufrechterhaltenden Faktoren bei Angststörungen.

Worum es im Artikel geht

Wir schauen uns drei Verhaltensmuster an, die paradoxerweise die Angst stabilisieren statt sie zu lindern: 1) Sicherheitsverhalten (Tropfen, Talisman, Notfallplan), 2) Vermeidung („lieber gar nicht erst hingehen"), 3) Co-Rumination („immer wieder mit Freunden über die Angst sprechen"). Alle drei sind in der kognitiven Verhaltenstherapie bestens erforscht.

Quick Take

Sicherheitsverhalten fühlt sich kurzfristig hilfreich an, hält das Angstsystem aber langfristig aktiv – das ist Konsens in der KVT-Forschung seit Salkovskis & Clark (1991). Auch Vermeidung und ständiges Reden über die Angst können das Symptom verstärken statt schwächen. Das Loslassen ist anstrengend, aber wirksam.

📚 Quellen & weiterführende Literatur

  • Salkovskis, P. M. (1991) – „The Importance of Behaviour in the Maintenance of Anxiety and Panic: A Cognitive Account" (Behavioural Psychotherapy, Vol. 19). Die wegweisende Arbeit, die zeigt, warum Sicherheitsverhalten Panik aufrechterhält. Pflichtlektüre für jede:n KVT-Therapeut:in.
  • David A. Clark & Aaron T. Beck – „Cognitive Therapy of Anxiety Disorders. Science and Practice" (Guilford Press, 2010). Das Standardwerk zur kognitiven Therapie bei Angststörungen, von einem der Begründer der KVT.
  • Sigrun Schmidt-Traub – „Panikstörung und Agoraphobie. Ein Therapiemanual" (Hogrefe, 4. Auflage). Beschreibt detailliert die typischen Sicherheits- und Vermeidungsverhalten und wie sie systematisch abgebaut werden.
  • Rose & Rudolph (2006) – „A Review of Sex Differences in Peer Relationship Processes: Potential Trade-offs for the Emotional and Behavioral Development of Girls and Boys" (Psychological Bulletin). Begründet das Konzept der Co-Rumination – ständiges gemeinsames Grübeln über Probleme – als Risikofaktor für Angst und Depression.
  • AWMF S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen" (DGPPN, 2021). Empfiehlt explizit den schrittweisen Abbau von Sicherheits- und Vermeidungsverhalten. Frei verfügbar unter awmf.org.

Disclaimer: Dieser Artikel beschreibt persönliche Erfahrungen und allgemeine therapeutische Konzepte. Er ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung.

← Zurück zum Blog Kostenloses Erstgespräch →